Von Mambo bis Zarathustra

Kolping-Blasorchester begeisterte sein Publikum mit Frühlingskonzert in der Saline

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Eine gute Teamleistung und hervorragende Solisten trugen zum vielbeklatschten Konzert des Offenauer Kolping-Blasorchester bei. Foto: Peter Klotz

Eine glänzende Partie bei vollem Haus spielten die Musiker des Offenauer Kolping-Blasorchesters in der heimischen Saline. Die Zuhörer spendeten minutenlangen Beifall, der in rhythmisches Klatschen mündete und den Musikern zwei Zugaben abforderte. Grundlage des Erfolgs ist Dirigent Jürgen Keil, der ein gutes Händchen bei der Stückauswahl gezeigt hat und sein Orchester konstant fordert, bis auch der letzte Rhythmus oder Tempowechsel sitzt. Schon das erste Stück "El Camino Real" zeigte, dass sich das Orchester an die schwierigsten Stücke der sinfonischen Blasmusik traut. Perfekt bewältigte die gute Mischung aus jungen und erfahrenen Musikern die Takt- und Dynamikwechsel. Aber die Kapelle hat auch viele hervorragende Solisten in ihren Reihen. Beim "Regenmacher" bot Valerie Leibfried ein hochklassiges Solo für F-Horn. Das Stück wurde zudem mit anschaulichen Bildern untermalt, die Jessica und Rainer Wengert mit dem Jugendorchester gemacht hatten. Bei "Dragons fly" war es Johanna Henkel, die mit der Oboe glänzte und bei "Children of Sanchez" von Chuck Magione standen Bernd Wengert mit der Trompete und Konstantin Brilz mit dem Saxophon im Dialog. Eine gute Partie bot auch die Percussion-Abteilung, die alles aufbot, was Rhythmus bringt. Hervorragend präsentierten die Offenauer die Komposition "Zigeunertanz" von Joseph Compello. Das vielschichtige Wesen der Sinti und Roma zwischen Melancholie und überschwänglicher Freude kommt im Spiel der Flöten, Klarinetten und Saxophone zum Ausdruck. Der zweite, flottere Teil des Konzerts wurde mit der Filmmusik "King Arthur" beschlossen − Melodien aus der Welt von Ritter Lancelot, ideal, um die Gedanken schweifen zu lassen. Dass die Mannschaft auch das traditionelle Spielsystem beherrscht, zeigte sie bei den Zugaben: Polka und Marsch gehören immer noch dazu. Eine solche Leistung erfordert viel Übung und einen engagierten Nachwuchs. Dass es um den sehr gut bestellt ist, bewies der Dirigent des Jugendorchesters Alexander Brechter. Dunkle Bühne und Spot auf die Bläser, so eröffnete die Jugend mit dem Zarathustra-Thema und ließ Grönemeyers Mensch, Männer und Mambo folgen: Offenau spielt weiter in der ersten Liga.