Hervorragendes Frühlingskonzert des Kolping-Blasorchesters Offenau

von Peter Klotz

Die Umarmung von Dirigent Jürgen Keil, den Handschlag vom Kreisverbandsdirigenten Hans Span und die Standing Ovations vom gesamten Publikum hatte sich Bernd Wengert für sein Trompetensolo in Jimmy Webbs „Mac Arthur Park“ wirklich verdient. Allerdings war er nur einer unter vielen Musikern, die gemeinsam ein herausragendes Frühlingskonzert in der Offenauer Saline gestaltet hatten.2012Frühlingskonzert7144
Bei einer geschlossenen Mannschaftsleistung lassen sich einige der Akteure besonders erwähnen. Bei der Zugabe des Jugendorchesters stand die vierzehnjährige Sophia Brechter vor dem Orchester und sang mit einem bewundernswerten Stimmvolumen die Arie der Elisabeth aus dem gleichnamigen Musical. Schade, dass die Tonübertragung nicht den ganzen Umfang ihrer Leistung rüberbrachte. Das nächste Solo übernahm Birgit Koch mit ihrer Klarinette bei Franz von Suppés „Leichte Kavallerie“ und ihr Nebensitzer, Vorstand Jochen Pierro ließ das Instrument bei „Gonna fly now“ jubeln. Beim „Music for a festival“ war es schließlich Tim Bender, der mit seinem Fagott brillierte. Außerdem erwähnt werden muss das Percussion – Team, das für einen perfekten Rhythmus sorgte.
Dass das Offenauer Kolping-Blasorchester ein sehr breites musikalisches Spektrum abdeckt und auf allen Gebieten Überdurchschnittliches leistet, ist bekannt. Deshalb waren etliche Vereinsmitglieder schon vor Konzertbeginn aktiv – beim Stühleschleppen. Der Besuch war beachtlich, auffallend viele Zuhörer kamen aus der Umgebung und waren meist „vom Fach“.
2012Frühlingskonzert7096Sie erlebten eine sehr unterhaltsame Eröffnung mit Alexander Brechter und dem Jugendorchester. Die jüngeren Kollegen der Nachwuchsmusiker marschierten bei „Marching through the movies“ als Soldaten, als Tiere aus dem Dschungelbuch oder als Cowboys durch den Saal und unterstützten die Akteure auf der Bühne. Die Aktiven des Orchesters starteten mit der keineswegs so leichten Kavallerie und sorgten mit der „Music for a festival“ schon vor der Pause für einen inhaltlichen Höhepunkt. Das setzte sich mit einem Konzertmarsch und den unterhaltsamen Melodien aus „Blues Brothers in Concert“ fort. Wie erwartet war dann das vielstimmige „Omens of love“ nur auf dem Programm das letzte Stück. Nach einem donnernden, einem rhythmischen und schließlich noch einem nicht nachlassenden Schlussapplaus waren drei Zugaben nötig, um die Zuhörer zu beruhigen. Die Musiker von Jürgen Keil können natürlich auch Polka, sie zeigten ihre Kompetenz im lateinamerikanischen Lager mit „Tico, tico“ und wiederholten dann noch die „Rocky Filmmusik“ als das vorbereitete Notenmaterial abgespielt war.
Zusammen mit den gut aufgelegten Moderatoren Jessica Wengert und Tatjana Plagmann sorgte das Kolping-Blasorchester für ein gelungenes Frühlingskonzert, das noch bei der anschließenden Bewirtung durch den Männergesangverein und die Freiwillige Feuerwehr für ausreichend Gesprächsstoff sorgte.

HINTERGRUND:

Das Kolping-Blasorchester Offenau wurde 1955 auf eine gemeinsame Initiative von Pfarrer Hermann Steeb, Bürgermeister Walter Wirsching und Dirigent Vincenz Ratzek hin gegründet. 1973 stellte Lothar Schulz den erfolgreichen Ableger der Kapelle, die Kolping Big Band auf die Beine. Schon 1975 beschäftigte man sich mit der musikalischen Früherziehung zur Förderung des Nachwuchses. Und 1995 rief Sabine Weber das Jugendorchester ins Leben.

EHRUNG:

2012Frühlingskonzert7113Zusammen mit dem Kreisverbandsdirigenten Hans Span nahm der Vorsitzende des Kolping-Blasorchesters Jochen Pierro die Ehrungen vor. Obwohl Jessica Wengert und Christian Götz „nur“ für 10 Jahre aktives Musizieren geehrt wurden, sind sie sehr verdiente Mitglieder der Kapelle. Jessica ist schon seit ihrer Zeit im Jugendorchester Sprecherin und Moderatorin. Außerdem bildet sie bereits zwei Nachwuchskräfte auf der Trompete aus. Christian Götz gönnte sich nach seinem Start eine kreative Pause. Inzwischen ist er ein fester Bestandteil des umfangreichen Saxofon Registers und seit Kurzem zweiter Vorstand.
Schon seit 30 Jahren macht Silke Muth Musik. Ihre Anfänge liegen in Eppingen. Seit 15 Jahren spielt sie nun in Offenau und ist trotz ihrer drei Kinder immer zur Stelle, wenn Aktivitäten anstehen. Lange Jahre war sie außerdem als Moderatorin aktiv und sie ist nicht nur in den Augen von Hans Span ein lebendes Beispiel dafür, dass Musik jung hält.