Nicht nur Blumen

Natürlich gehört ein jahreszeitlich passendes Lied in ein Frühlingskonzert. Beim Auftritt des Offenauer Kolping-Blasorchesters in der Saline war das „Die beiden kleinen Finken“, ein Solo für zwei Piccoloflöten, das Daniela Pierro und Ramona Nitsch wunderbar umsetzten. Aber die Musiker um Dirigent Jürgen Keil hatten natürlich ein weit größeres Spektrum an Melodien für diesen Abend vorbereitet.
Das Publikum war zunächst vom Jugendorchester und der körperlich und musikalisch engagierten Leitung von Alexander Brechter eingestimmt worden. Das mit schwungvollen Marschelementen durchsetzte „Band of brothers“ und ein Medley aus dem Disneyfilm Rapunzel zeigte die Bandbreite der Nachwuchsmusiker. Das sehr unterhaltsame und mit Geräuschen von der Trillerpfeife bis zum „Plopp“ durchsetzte Potpourri mit Strauss-Polkas in der Zugabe bewies dann, wie man auch Jugendliche für die Wurzeln der Blasmusik begeistern kann.

Schon die Eröffnung mit „Ivanhoe“ der musikalischen Erinnerung an den Kreuzzug von Richard Löwenherz ließ erahnen, wie stimmig das Zusammenspiel des aktiven Orchesters funktioniert. Von den Jagdrufen der Hörner über das eindrucksvolle Auftreten der großen Damen und Ritter bis zum Schlachtengetümmel, die verschiedenen Register verstehen es, Geschichten und Geschichte zu erzählen. Das Stück endete mit einem grandiosen Finale. Eindrucksvoll gelang auch die Schilderung der Umgebung von Singapur. Auf dem „Singapore Flyer“, dem größten Riesenrad der Welt.
Aber das Offenauer Kolping-Blasorchester hatte noch einige Überraschungen auf dem Notenständer. Der Konzertwalzer „Rosen aus dem Süden“, der die ersten Bravo – Rufe brachte und die sehr vielschichtige Filmmusik zum Herrn der Ringe. Von düster bis dramatisch und am Ende dann doch strahlend sind die Stimmungen, die von den Solisten großartig interpretiert wurden. Taktisch sehr geschickt ans Ende des Programms gestellt war dann das Medley „Phil Collins Live“, das mit den „swingig“ gespielten Ohrwürmern „A groovy kind of love“ und „Easy lover“ ansteckend wirkt. Das Publikum in der mit vielen zusätzlichen Stühlen voll besetzten Saline brauchte dann aber eine ganze Zeit, um die Begeisterung über das Konzert in rhythmisches Klatschen zu kanalisieren. Bei der zweiten und dritten Zugabe war das schon besser. Dann hatten die Besucher ein Einsehen und ließen die Musiker von der Bühne. Im Saal wurden dann flugs die Tische aufgestellt, damit der Konzertabend gemütlich ausklingen konnte.
Der stellvertretende Vorsitzende des Blasmusik-Kreisverbands Reinhold Dick gestaltete zusammen mit dem Vorstand des Offenauer Orchesters Jochen Pierro eine sehr launige Ehrung, in der Elisabeth Dietz und Viktoria Löffler für 10 Jahre, Sonja Roth und Ralf Knöbel für 30 Jahre aktives Musizieren geehrt wurden. Die Dirigentennadel für 10-jährigen Einsatz bekam Alexander Brechter, die seltene Fördermedaille in Gold mit Diamant erhielt Thomas Nitsch, der seit 1988 als zweiter Vorstand im Verein fungiert.