60. Frühlingskonzert des Offenau Kolping Blasorchesters in der Saline

von Peter Klotz

Wohlige Schauer und strahlende Begeisterung vermittelten die Musiker des Offenauer Kolping Blasorchesters bei ihrem Frühlingskonzert in der Saline. Der Vertreter des Blasmusikverbands Werner Seyffer erzählte von der Gänsehaut, die die musikalische Leistung der Akteure bei ihm verursacht hatte. Er lobte das Jugendorchester und war sicher, dass viele aktive Orchester sich über ein solches Niveau freuen würden. Verdient haben das Lob die Nachwuchskräfte unter der Leitung von Alexander Brechter auf jeden Fall. Bei den „Caribbean Moods“ unterstrichen die Bläser die Rhythmen durch eine schwungvolle „Ola“- Welle. Vielleicht hat das Farbfoto mit karibischer Stimmung, das Brechter vor dem ersten Takt zeigte, den Musikern das letzte Quäntchen an Leichtigkeit vermittelt. Sicher ist, dass die Vorbereitung auf das Konzert intensiv war. Wie gut das Jugendorchester drauf war, spürten die Zuhörer schon bei der strahlenden Eröffnung mit dem „Olympic Spirit“. Ohne Marschzugabe konnte der Nachwuchs dann den Weg auf die Bühne nicht frei machen. Ganz schön eng wurde es da oben, denn mit einem Dutzend zusätzlicher Stühle waren die Platzverhältnisse knapp. Die beiden Moderatorinnen Jessica Wengert und Ramona Nitsch merkten das besonders, denn sie mussten sich jeweils an den Kollegen vorbeidrücken. Umso großzügiger waren die Bilder, mit denen Jürgen Keil und seine Musiker die Besucher in das Wien des 19. Jahrhunderts entführten. Dort fanden sie militärische Akkorde aus der K und K Monarchie, aber auch die Leichtigkeit des Wiener Schmäh, umrahmt von Walzerklängen. Mit Klangbildern ohne durchgängige Melodie überraschte das Kolping Blasorchester bei „Imagasy“, einer Verbindung von Imagination und Fantasie. Das war Schwerarbeit für die vier Percussionisten und Gelegenheit für Solisten, sich auszuzeichnen. Diese Möglichkeit hatte Vorstand und Klarinettist Jochen Pierro beim „Czardas“ von Kurt Sorbon. Ganze Läufe in Sechzehntel Noten waren eine Herausforderung, die Pierro glänzend absolvierte und dafür viel Beifall erntete. Damit hatten die Musiker aber ihre Puste noch nicht verbraucht. Ein Querschnitt von Melodien aus dem Dschungelbuch bot noch einmal Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Nach dem „Klezmer Karneval“ ging es noch per „Star Trek“ durch die Galaxie, bevor stehende Ovationen noch drei Zugaben von den Musikern einforderten. Mit Swing, einem Marsch und einer Polka zeigten die Offenauer, aus welcher Tradition sie kommen und dass sie die Wurzeln nicht vergessen haben. Eine ganz besondere Ehrung durften dann Werner Seyffer und Jochen Pierro vornehmen. Mit Ernst Weber wurde ein Gründungsmitglied ausgezeichnet, das auch in der Gegenwart nicht aus der aktiven Formation wegzudenken ist. Ernst Weber spielt seit 60 Jahren im Kolping Blasorchester. Mittlerweile bläst er sein Flügelhorn neben seiner Enkelin. Er war Vorstand, ist Ehrenvorstand und bringt sein musikalisches, handwerkliches und organisatorisches Talent in den Verein ein. Ausgezeichnet wurden auch Corinna Rumm und Eva-Marie Link für zehn Jahre Musizieren. Johannes Brändle ist schon 20 Jahre dabei und ebenfalls seit 20 Jahren dirigiert Jürgen Keil die Offenauer. Die haben in ihrer 60-jährigen Geschichte nach Ehrenfried Ratzek erst den zweiten Dirigenten. Genießen konnten die Gäste auch noch nach dem Konzert. Bewirteten sie in der Pause noch der Männergesangverein Eintracht und die Feuerwehr, so kümmerten sich jetzt die Musiker selbst um das leibliche Wohl. Viel Anerkennung bekamen Linda Pierro und Jasmin Rickert, die die Geschichte des Vereins in einer sehenswerten Bildergalerie zusammengetragen hatten.
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Viel Applaus bekam das Kolping-Blasorchester für sein Frühlingskonzert

 
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Eine starke Leistung zeigte auch das Jugendorchester

 
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Werner Seyffer (re.) und Jochen Pierro (li.) ehrten (v.re.) Ernst Weber, Eva-Marie Link, Johannes Brändle, Corinna Rumm, Jürgen Keil

(Fotos: Peter Klotz)