Gute Gedanken mitnehmen

Besinnliche Stunde des Offenauer Kolpingblasorchesters stimmt die Besucher ein.

Die Tradition des vorweihnachtlichen Konzerts vom Offenauer Kolping-Blasorchester in der Katholischen Kirche St. Alban ist für Wolfgang Brändle das Tüpfelchen auf dem i. Die Musik hat besinnliche und fröhliche Facetten und nach dem sonntagabendlichen Auftritt kann es für ihn nun tatsächlich Weihnachten werden.

Das von Dirigent Jürgen Keil ausgesuchte Programm bot wieder eine sehr abwechslungsreiche Mischung an Melodien. Die Musikerinnen und Musiker füllen inzwischen nicht nur den Altarraum, auch der Gang unter der Kanzel ist mit Stühlen belegt. Mit der herrlichen Naturschilderung von Jacob de Haan „Yellow Mountains“ eröffnete das Orchester. Die Komposition ist gedanklich in dem mächtigen Bergen von St. Moritz entstanden und schildert eine Herbststimmung. Der große Klarinettensatz startet in die Ansichten, die Oboe übernimmt dann die Führung und in das schöne Schlussbild stimmen Trompeten und das tiefe Blech ein.

Das neu geschaffene Bläserquintett aus dem Orchester herauszuholen und in den vorderen Bankreihen aufzustellen war zwar aufwändig, aber es lohnte sich. Ein Präludium aus dem Wohltemperierten Klavier von Bach und eine englische Weihnachtsweise gelangen in klassischer Besetzung mit Oboe (Daniela Weiß), Querflöte (Daniela Weiß), Fagott (Desiree Brechter), Horn (Markus Roth) und Klarinette (Jochen Pierro) hervorragend.

Aus dem zweiten Teil stach das Nessaja aus Peter Maffays Musical „Tabaluga“ heraus. Das war perfekt angestimmt und überzeugte durch das einfühlsame Spiel der Musiker. Und das Finale ist grundsätzlich ein Potpourri aus vielen Melodien, die in die Vorweihnachtszeit gehören, die man in dieser Vielfalt, zudem glänzend gespielt und mit passenden Übergängen nicht oft hört.

Eine perfekte Einstimmung auf Weihnachten ist die „besinnliche Stunde“ des Kolping-Blasorchesters Offenau

Neben zwei Liedern zum gemeinsamen Singen, die sehr engagiert angenommen wurden gab es zwei Meditationen, die zum Nachdenken anregten. Jennifer Pryk setzte den Advent in die Nähe des englischen Worts für Abenteuer (adventure) und forderte die Zuhörer auf, den Aufbruch zu wagen, die gewohnten Bahnen zu verlassen und die Menschwerdung Jesu als Einladung zu verstehen. Tatjana Götz, legte den Finger auf die Wunde der zunehmenden Hektik im Advent. Wir lassen uns von der allgegenwärtigen Werbung zum Kaufen animieren und vergessen darüber die stillen Abendstunden, die uns wesentlich besser tun und auf Weihnachten einstimmen.

Für den Hausherrn Pfarrer Dieter Zimmer ist der dritte Advent als „Gaudete“ der Wendepunkt zur Fröhlichkeit. Er empfahl zu Beginn der besinnlichen Stunde, so wie die Kinder spontan zu sein, die manchmal störenden Kleinigkeiten zu übersehen und der Vorfreude Raum zu lassen.

Seine Empfehlung, sich Ohren und Gemüt vom Kolping-Blasorchester verwöhnen zu lassen, griffen die Zuhörer in der voll besetzten Kirche auf und für den Plan keinen Eintritt zu verlangen und die Spenden für die Renovierung des Gemeindehauses einzusetzen hatte er einen Extra-Applaus übrig.

Den bekamen aber auch die Akteure und gaben einen musikalisch umrahmten, von Vorstand Jochen Pierro vorgetragenen Segen zurück.

von Peter Klotz

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